Emotionale AbhÀngkeit und die Auswirkung davon.
Die Wurzeln dafĂŒr können hĂ€ufig schon in unserer Kindheit liegen.
Wenn wir als Kinder nicht immer das bekommen haben, was wir emotional gebraucht hÀtten. Die Folge daraus ist , dass unser Nervensystem desreguliert ist und wir Muster entwickeln die uns ein Leben lang begleiten, bis wir sie erkennen und in uns auflösen.
Somit lernen wir schon frĂŒh: Ich muss aufpassen, ich muss funktionieren, ich darf niemanden enttĂ€uschen. Ich bin dafĂŒr verantwortlich, dass es dem anderen gut geht, ich muss mich anpassen, damit ich geliebt werde.
Wir beobachten die Menschen um uns herum, wir nehmen ihre Stimmung wahr, wir versuchen zu spĂŒren, was sie brauchen. Wir suchen nach Zeichen, BestĂ€tigung und Sicherheit.
Wir haben irgendwann das GefĂŒhl entwickelt, fĂŒr die GefĂŒhle anderer mitverantwortlich zu sein. Vielleicht haben wir gelernt, unsere eigenen BedĂŒrfnisse zurĂŒckzustellen, um Harmonie, NĂ€he oder Liebe zu bewahren.
Und gleichzeitig dĂŒrfen wir heute auch mit viel MitgefĂŒhl auf unsere Vergangenheit schauen.
Unsere Eltern haben zu jedem Zeitpunkt mit dem gehandelt, was ihnen damals an Wissen, Bewusstsein, Möglichkeiten und eigenen Erfahrungen zur VerfĂŒgung stand.
Das macht nicht alles Geschehene automatisch richtig oder ungeschehen. Aber vielleicht dĂŒrfen wir irgendwann aufhören, unsere ganze Kraft an die Vergangenheit zu binden.
Denn heute gibt es etwas, das sich verÀndern darf.
Nicht indem wir die Vergangenheit ungeschehen machen. Nicht in dem wir versuchen andere zu VerÀndern, dass sie uns das geben was wir brauchen und auch nicht, indem wir weiterhin versuchen, andere zu retten.
Sondern indem wir beginnen, uns selbst immer mehr zu begegnen.
Wenn unser Nervensystem ĂŒber viele Jahre gelernt hat, Sicherheit vor allem im AuĂen zu suchen, kann sich das Loslassen zunĂ€chst ungewohnt oder sogar unsicher anfĂŒhlen.
Wir halten an dem fest, was wir kennen: an alten Mustern, an Gedanken, an Routinen, an Menschen oder an der Hoffnung, dass ein bestimmter Mensch uns irgendwann genau den Halt geben wird, nach dem wir uns so lange gesehnt haben.
In unserer Verzweiflung suchen wir so oft einen Anker im AuĂen â in einem Menschen, in einer Beziehung, in BestĂ€tigung oder in der Vorstellung, dass jemand anderes uns endlich die Sicherheit geben kann, nach der wir uns sehnen.
Wir dĂŒrfen diesen Anker langsam auch in uns selbst entstehen lassen.
Wir dĂŒrfen lernen, unsere eigenen BedĂŒrfnisse wahrzunehmen, wir dĂŒrfen unsere Grenzen kennenlernen, wir dĂŒrfen uns selbst zuhören, wir dĂŒrfen herausfinden, was uns wirklich guttut. Und wir dĂŒrfen uns selbst immer mehr die Sicherheit und liebevolle Zuwendung schenken, nach der wir uns so lange im AuĂen gesehnt haben.
Das ist der Beginn der liebevollen RĂŒckkehr zu uns selbst
