Die Dreieinigkeit in uns– Vater, Mutter und Kind
Als Kind sind wir darauf angewiesen, dass unsere Eltern uns Nahrung geben, uns umsorgen, beschützen und vor allem: uns Liebe geben.
Unsere Eltern sind unsere ersten Bezugspersonen. Durch sie lernen wir Bindung, Nähe, Vertrauen und auch, wie wir mit Schmerz umgehen. Dieses Bindungsverhalten wird in unserem System unbewusst gespeichert – und wir wiederholen bestimmte Muster später immer wieder im Außen.
Doch heute sind wir Erwachsen. Niemand im Außen ist mehr dafür verantwortlich, unsere inneren Bedürfnisse zu erfüllen. Wir selbst dürfen diese Verantwortung wieder zu uns nehmen.
Und trotzdem sitzt da noch dieses innere Kind in uns. Ein Teil, der bedürftig ist, der sich nach Liebe, Schutz, Sicherheit und Anerkennung sehnt. Ein Teil, der vielleicht noch im Mangel festhängt, weil er damals nicht alles bekommen konnte, was er gebraucht hätte.
Wir alle tragen Verletzungen in uns. Manche sind größer, manche kleiner. Beziehungstraumata können dabei besonders tief gehen, weil wir Menschen für Bindung gemacht sind. Und wir wachsen als Gesellschaft mit sehr unterschiedlichen Formen von Verletzungen und unverarbeiteten Erfahrungen auf.
Doch unsere Eltern haben, genau wie wir selbst zu jedem Zeitpunkt mit dem Wissen und den Möglichkeiten gehandelt, die ihnen damals zur Verfügung standen. Auch sie tragen ihre eigenen Geschichten und Verletzungen in sich.
Der Weg ist Vergebung ist der Weg wo wir lernen Stück für Stück los zu lassen
Vergebung bedeutet nicht, gutzuheißen, was geschehen ist.
Vergebung bedeutet, dich selbst aus dem Festhalten an dem Schmerz zu lösen. Zu fühlen, was gefühlt werden möchte, anstatt immer wieder davor davonzulaufen und den Schmerz im Außen zu betäuben – durch Ablenkung, Konsum, Essen, Alkohol, Drogen oder andere Strategien.
Irgendwann darf dieser Kreislauf enden.
Du darfst dir selbst vergeben, deinen Eltern vergeben, anderen Menschen vergeben.
Nicht für sie sondern für dich!
Und genau hier beginnt die Dreieinigkeit in dir:
Du darfst für dich selbst Mutter und Vater werden.
Du darfst dein inneres Kind halten, wenn es traurig ist.
Du darfst es beschützen, wenn es Angst hat.
Du darfst ihm zuhören, wenn es schreit.
Du darfst ihm Liebe geben, ohne dass es dafür etwas leisten muss.
Du bist heute der erwachsene Mensch, der deinem inneren Kind geben kann, was es braucht.
Vater, Mutter, Kind
Nicht länger voneinander getrennt, sondern wieder vereint in dir selbst.

